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Der/Die Besserwisser:in ist laut Amy Gallos Buch Getting Along* eine von acht Urtypen schwieriger Persönlichkeiten im Beruf. Da wir in unserem Berufsleben eventuell auf diesen Urtyp treffen können, ist es wichtig, den/die Besserwisser:in zu erkennen und damit umzugehen.
Wie du die anderen Urtypen schwieriger Personen im Beruf erkennst, habe ich hier zusammengefasst: Die 8 Urtypen schwieriger Personen im Beruf erkennen
Den/Die Besserwisser:in erkennen
Hier sind ein paar Hinweise, wie du den/die Besserwisser:in erkennen kannst:
- Zeigt eine „Entweder so oder gar nicht“-Einstellung
- Monopolisiert Gespräche, weigert sich, unterbrochen zu werden und redet über andere
- Stellt ihre eigenen Ideen als überlegen dar
- Hört nicht auf Kritik oder Feedback
- Spricht in einem herablassenden Ton
- Erklärt Dinge, die andere bereits verstehen
- Stellt nur selten Fragen oder zeigt selten Neugierde
- Stiehlt die Anerkennung für Gruppenerfolge oder teilt sie nicht
- Springt unaufgefordert in Gespräche ein
Mit einem/einer Besserwisser:in umgehen
Hier sind ein paar Hilfsmittel für den Umgang mit einem/r Besserwisser:in, die du ausprobieren kannst. Folgende Punkte sind Vorschläge und können je nach Situation so optimiert werden, sodass es für dich authentisch anfühlt.
Als direkte Reaktion auf Mansplaining
- „Danke, ich habe das schon verstanden.“
- „Bei deinem Kommentar frage ich mich, ob du mit meinem Hintergrund in [Thema] vertraut bist.“
- „Ich würde es schätzen, wenn du respektieren würdest, dass ich weiß, was ich tue. Ich schätze deinen Beitrag und werde dich auf jeden Fall um Rat fragen, wenn ich ihn brauche.“
Verhindere Unterbrechungen und gehe darauf ein
- „Bitte warte mit deinen Kommentaren oder Fragen, bis ich fertig bin.“
- „Unterbrechungen stören meine Konzentration, daher wäre ich dir dankbar, wenn du mich meine Gedanken zu Ende denken lassen würdest, bevor du dich einmischst.“
- „Ich fahre fort und werde darauf eingehen, wenn ich fertig bin.“
- „Ich werde meinen Punkt zu Ende bringen, und dann würde ich gerne hören, was du zu sagen hast.“
- „Ich spreche…“
Spreche für andere
- „Bevor wir dazu kommen, würde ich gerne den Rest von [Kolleg:ins Name] Standpunkt hören.“
- „[Kolleg:ins Name], warst du fertig? Wenn nicht, bitte rede aus, bevor wir weitermachen.“
- „Ich weiß, dass [Kolleg:ins Name] viel Erfahrung auf diesem Gebiet hat. Ich würde gerne wissen, was er/sie denkt.“
- „Es ist dein Projekt, [Kolleg:ins Name]. Wie siehst du es?“
Frage nach Daten und Fakten
- „Erzähle mir ein wenig darüber, woher deine Informationen kommen.“
- „Ich würde gerne mehr über die Schlussfolgerungen erfahren, zu denen du gekommen bist.“
Lebe Bescheidenheit vor
- „Lasse mich dir sagen, was ich weiß und was ich nicht weiß.“
- „Wir lernen alle noch, was wir über dieses Thema herausfinden können.“
- „Das kann ich dir nicht mit Sicherheit sagen. Aber ich habe eine fundierte Meinung, und die lautet…“
Weitere hilfreiche Punkte zu beachten
- Verhindere Unterbrechungen durch Besserwisser:innen, indem du etwas sagst wie: „Bitte halte dich mit Kommentaren oder Fragen zurück, bis ich fertig bin“ oder „Unterbrechungen stören meine Konzentration, daher wäre ich dankbar, wenn du mich ausreden lassen würdest, bevor du dich einmischst“.
- Frage nach Quellen oder Daten, die ihre Aussagen untermauern.
- Zeige Bescheidenheit und Aufgeschlossenheit, indem du nach anderen Standpunkten fragst.
- Bitte deine Kolleg:innen um Hilfe, um Unterbrechungen zu unterbinden, und lege in deinem Team Normen fest, die verhindern, dass jemand das Wort an sich reißt.
- Überlege, ob deine eigene Voreingenommenheit eine Rolle dabei spielt, deine/n Kolleg:in als „Besserwisser:in“ abzustempeln.
Vermeide
- Dich auf einen Machtkampf darüber einlassen, wer Recht hat und wer nicht.
- Davon ausgehen, dass sie wissen, dass sie mansplainen oder herablassend sind.
- Versuchen, jede Übertretung anzusprechen. Es ist in Ordnung, einige Dinge loszulassen.
Was bedeutet das für dich?
Oft kann eine zu hohe Arbeitslast oder eine baldige Deadline dazu führen, dass unser Arbeitsalltag mühsam ist. Doch das kann vorübergehen. Was jedoch bleibt, sind die Urtypen schwieriger Personen – hier konkret: der/die Besserwisser:in
Da die meisten von uns die Personen nicht aussuchen können, mit denen wir zusammenarbeiten (müssen), ist es umso wichtiger einen Umgang mit ihnen zu finden.
Fällt dir jemand ein, den du hier einordnen kannst? Wie hast du es erkannt? Wie bist du damit umgegangen? Schreibe es mir in die Kommentare. Ich freue mich.
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Referenzen
- Getting Along* von Amy Gallo
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