Die 8 Urtypen schwieriger Personen im Beruf erkennen

Die 8 Urtypen schwieriger Personen im Beruf erkennen
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Im Laufe unseres Lebens haben und werden wir es mit verschiedenen, auch schwierigen, Personen zu tun haben. Dabei werden wir uns nicht immer mit ihnen verstehen, und es kann manchmal zu Konflikte kommen. Die einzige Konstante, die immer bleibt: du.

Unabhängig davon, wer Schuld an der negativen Situation ist: Du kannst nur deine Gedanken, Aktionen und Reaktionen kontrollieren. Auch wenn du dir absolut sicher bist, dass die andere Person im Unrecht ist, braucht es immer zwei für einen Tango. Daher denke ich, dass es wichtig ist, bei einem Konflikt zu erkennen, welche Rolle wir in diesem Tango spielen.

Mit ihrem Buch Getting Along* beschreibt Amy Gallo acht Urtypen schwieriger Personen im Beruf:

  • Die unsichere Führungskraft
  • Der/Die Pessimist:in
  • Das Opfer
  • Der/Die passiv-aggressive Kolleg:in
  • Der/Die Besserwisser:in
  • Der/Die Quäler:in
  • Der/Die voreingenommene Kolleg:in
  • Der/Die politische Akteur:in

Auch wenn diese acht Urtypen schwieriger Personen im Beruf sich vertraut anfühlen, und uns sofort Personen einfallen, die wir zuordnen können, betont die Autorin, dass diese Bezeichnung Grenzen hat. 

Es kann hilfreich sein, die Art des Verhaltens zu erkennen, mit dem man es zu tun hat, zum Beispiel passiv-aggressiver Kollege, aber es ist selten sinnvoll, einen Kollegen in die Schublade „passiv-aggressiver Idiot“ zu stecken.

Diese Art von Einstellung wird die negative Dynamik mit der schwierigen Person nur verstärken, anstatt ihr eine Chance zur Verbesserung zu geben. Diese acht Urtypen schwieriger Personen im Beruf können uns helfen, die Situation einzuschätzen. Aber was ist, wenn wir vielleicht das Verhalten falsch eingeschätzt haben?

Ebenfalls wichtig ist, dass wir bei Personen, die in eine oder sogar mehrere Urtypen fallen, keine psychischen Störungen diagnostizieren. Beispiele sind narzisstische Persönlichkeitsstörung, Psychopath oder Mobber. Denn man weiß nie, was in den Menschen vorgeht oder was die Ursache für ihr Verhalten ist. Menschen mit psychischen Erkrankungen werden manchmal als ’schwierig‘ bezeichnet, aber das fördert nur das Stigma gegen sie und ist oft nicht der Fall.

Daher ist es besonders wichtig, unsere eigenen Handlungen und Verhaltensweise unter die Lupe dieser Urtypen zu nehmen. Wer von uns hat sich noch nie passiv-aggressiv verhalten oder sich als Opfer dargestellt?

8 Urtypen schwieriger Personen im Beruf

Die unsichere Führungskraft

  • Du bist übermäßig besorgt darüber, was andere von dir denken
  • Hast die chronische Unfähigkeit, eine Entscheidung zu treffen oder bei einer Entscheidung zu bleiben, selbst wenn die Entscheidung wenig Konsequenzen hat
  • Änderst häufig die Richtung eines Projekts oder einer Besprechung, vor allem auf Vorschlag einer einflussreichen Person
  • Du nutzt Gelegenheiten, um dein Fachwissen oder deine Qualifikationen hervorzuheben, vor allem dann, wenn das nicht notwendig ist; in einer toxischen Form kann das bedeuten, dass du andere herabsetzt, um dich selbst wichtiger erscheinen zu lassen
  • Versuchst alles in einem Team oder Projekt zu kontrollieren, einschließlich wann und wo und sogar wie die Mitarbeiter:innen ihre Arbeit erledigen
  • Du verlangst, dass jede Entscheidung und jedes Detail deine Zustimmung bekommt
  • Du erlaubst nicht dem Team, mit Kolleg:innen aus anderen Abteilungen oder leitenden Angestellten zu interagieren, um den Informationsfluss und die Ressourcen zu kontrollieren

Der/Die Pessimist:in

  • Du beschwerst dich über Meetings, die Führungsebene, andere Kolleg:innen, über alles und jedes!
  • Prophezeist, dass eine neue Initiative oder ein Projekt zum Scheitern verurteilt ist
  • Du hast eine „das haben wir schon versucht und es ist gescheitert“-Mentalität, insbesondere bei Gesprächen über Innovationen oder neue Arbeitsweisen
  • Du weist sofort auf die Risiken einer Taktik oder Strategie hin
  • Du hast immer etwas Negatives zu sagen, auch wenn die Nachrichten oder die Sitzung überwiegend positiv sind

Das Opfer

  • Du bemitleidest dich selbst und erwartest von anderen, dass sie dasselbe tun (Mitleidsparty, irgendjemand?)
  • Du entziehst dich der Verantwortung für Dinge, die schief laufen, und schiebst die Schuld auf andere Menschen oder externe Faktoren
  • Du wehrst konstruktives Feedback mit Ausreden ab, warum es nicht an dir liegen kann
  • Ziehst andere mit Jammern und einer „Ich bin arm“-Haltung herunter
  • Suhlst dich in negativen Gefühlen
  • Du sagst Misserfolgen vorher, insbesondere für sich selbst

Der/Die passiv-aggressive Kolleg:in

  • Ignorierst bewusst Fristen, nachdem du dich bereit erklärt hast, sie einzuhalten
  • Versprichst, eine E-Mail zu senden, die nie ankommt
  • Du verhältst dich anderen gegenüber unhöflich (z. B. ignorierst jemanden in einer Besprechung oder unterbricht sie) und leugnest dann, dass etwas nicht stimmt, wenn du zur Rede gestellt wirst, indem du behauptest: „Das bildest du dir nur ein“ oder „Ich habe keine Ahnung, wovon du redest“
  • Drückst mit deiner Körpersprache, die Wut oder Mürrischkeit aus, aber du bestehst darauf, dass es dir gut geht
  • Du deutest an, dass du mit deiner Arbeit nicht zufrieden bist, weigerst dich aber, das auszusprechen oder dir direktes Feedback zu geben
  • Tarnst Beleidigungen als Komplimente. Zum Beispiel: „Du hast so einen entspannten Stil“ könnte in Wirklichkeit bedeuten „Ich denke, du bist faul“
  • Du verdrehst anderen die Worte bei einer Meinungsverschiedenheit so, dass es so aussieht, als wärst du derjenige, der im Unrecht ist.

Der/Die Besserwisser:in

  • Zeigst eine „Entweder so oder gar nicht“-Einstellung
  • Du monopolisierst Gespräche, weigerst dich, unterbrochen zu werden und redest über andere
  • Du stellst deine eigenen Ideen als überlegen dar
  • Hörst nicht auf Kritik oder Feedback
  • Sprichst in einem herablassenden Ton
  • Erklärst Dinge, die andere bereits verstehen
  • Du stellst nur selten Fragen oder zeigst selten Neugierde
  • Stiehlst die Anerkennung für Gruppenerfolge oder teilst sie nicht
  • Springst unaufgefordert in Gespräche ein

Der/Die Quäler:in

  • Du beschuldigst andere direkt oder indirekt, zB nicht engagiert genug zu sein
  • Stellst nahezu unmögliche Anforderungen
  • Du weist anderen unnötige oder unangemessene Arbeiten zu
  • Erzählst stolz von den Opfern, die du in deiner Karriere gebracht hast, und glaubst, dass andere ähnliche Opfer bringen sollten
  • Du setzt die Leistungen anderer herab, insbesondere im Vergleich zu deinen Leistungen
  • Verweigerst Freizeit oder Flexibilität für außerberufliche Verpflichtungen
  • Du schreibst einer bestimmten Generation negative Eigenschaften zu („Millennials sind faul und anspruchsvoll“ oder „Gen Zers sind so zerbrechlich; sie können nicht einmal ein bisschen Unbequemlichkeiten ertragen“)
  • Leugnest die Existenz systembedingter Hindernisse wie geschlechtsspezifischer Voreingenommenheit oder institutionellem Rassismus („Ich habe es geschafft. Ich weiß nicht, warum du es nicht schaffst.“)
  • Behauptest, dass deine Misshandlung sei eine Art Übung zur Charakterbildung

Der/Die voreingenommene Kolleg:in

  • Du kommentierst eine positive Eigenschaft, als ob du überrascht wärst, dass andere sie haben: „Du bist so wortgewandt!“
  • Du stufst ein Verhalten, das für die Mehrheit der Gruppe akzeptabel ist, als negativ oder unprofessionell ein: „Du solltest deinen Ärger vielleicht etwas zügeln“
  • Du nimmst an, dass andere aufgrund ihrer Identität zu etwas nicht fähig oder an etwas nicht interessiert sind: „Ich bezweifle, dass du an diesem Projekt arbeiten willst. Sie hat eine Familie, um die sie sich kümmern muss.“
  • Verwendest Ausdrücke oder Wörter, die abwertend sind oder ein falsches Gefühl von Vertrautheit oder Nähe vermitteln: „Schatz“, „Bruder“, „Schwester“
  • Triffst Annahmen basierend auf Stereotypen oder sprichst jemandem seine individuelle Identität ab: „Du siehst nicht alt genug aus, um Manager zu sein“
  • Tust so, als gäbe es keine Vorurteile oder Diskriminierung: „Ich sehe keine Farbe“

Der/Die politische Akteur:in

  • Du prahlst mit deinen Erfolgen
  • Heimst ungerechtfertigte Anerkennung ein
  • Sicherst dir die Gunst der Mächtigen oder derer, die deiner Karriere förderlich sind
  • Du tust so, als ob du das Sagen hättest, auch wenn du es nicht hast
  • Verbreitest Gossip und Gerüchte, insbesondere über Kollegen:innen, die deiner Meinung nach im Weg stehen
  • Du setzt deine eigenen Ziele durch, oft auf Kosten von Team oder Unternehmenszielen
  • Sammelst Informationen, um mächtig zu erscheinen
  • Benachteiligst andere absichtlich, indem du jemanden nicht zu einer Besprechung einlädst oder kritische Details über deine Arbeit mitteilst

Was bedeutet das für dich?

Im Leben werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit einer der acht Urtypen schwieriger Personen im Beruf begegnen. Manchmal haben wir Glück und können diese Personen meiden. Doch manchmal müssen wir eine gewisse Zeit lang einen Umgang finden.

Mit der (Selbst-)Reflexion als wichtiger Teil der emotionalen Selbstwahrnehmung, können wir einerseits erkennen, wie andere uns in den genannten Urtypen einordnen, und andererseits können wir die schwierigen Personen identifizieren.

Nachdem wir erkannt haben, welche Rolle wir im Tango spielen, können wir entsprechend mit der Situation einen Umgang finden.

Fällt dir jemanden ein, den du in einer der acht Urtypen schwieriger Personen im Beruf einordnen kannst? Oder kannst du manche deiner Charakteristiken dieser Urtypen zuordnen? Schreibe es mir in die Kommentare. Ich freue mich.

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